Best of Aligator- Die Zähmung des Fidels

Veröffentlicht Veröffentlicht in Neuigkeiten Islandpferdehof

Vor einigen Wochen hat mir Martina die Geschichte von der Zähmung des Fidels und welche Rolle Aligator darin spielte erzählt und hat mich zum lachen gebracht.Viel Spaß beim lesen und danke an Martina das du diese lustige Geschichte mit uns teilst. Ob Fidel das genauso lustig gefunden hat ist die Frage.

Fidel hat Katzen sehr gerne – zum Fressen gerne könnte man sagen. Wobei ich mir nicht sicher bin ob er sie tatsächlich fressen will. Ich glaube es geht hier prinzipiell eher ums Anbellen und Jagen. Das liebt er. Man könnte schon sagen es ist eine Obsession. Würde Fidel jemals eine Sekte oder einen Kult gründen dann bestimmt sowas wie die Brüder-und-Schwestern-der-Katzen-Anbell-und-Jagd-Gemeinschaft…oder so ähnlich.

Und seine Liebe dazu ist so groß, dass auch diverse 4 Augen Gespräche, Interventionen und unzähliges „FIDEL NEIN AUS!!!“ Gebrüll nichts daran ändern konnte. Bis zu dem Tag als Fidel Ali aka Alligator kennenlernte.

Es war ein sonniger Frühlingstag und Fidel ist fröhlich aus dem Auto gehopst um zielsicher das Objekt seiner Begierde anzusteuern. Eine schlafende Katze. Blöd war nur, dass besagte, schlafende Katze Ali war.

Nachdem er ca. 100 mal im Kollibrimodus bellend und quietschend um die Katze gesprungen war, diese es allerdings nicht mal für notwendig gehalten hat die Augen zu öffnen (was eventuell auch daran liegen könnte, dass Ali zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich taub war), hat Fidel das Unterfangen „Scheuch die Katze“ als sinnlos erachtet und ist mir etwas enttäuscht in die Stallgasse nachtapst. Damit war er allerdings nicht alleine. Denn offensichtlich war Ali zwar taub aber Fidels Hysterie Anfall dürfte ihm dennoch nicht entgangen sein, denn er stand plötzlich hinter uns. Ich weiß noch wie entzückt ich war als Ali sich im Zeitlupentempo ganz genüsslich gereckt und gestreckt hat um die Morgengymnastik dann mit einem herzhaften Gähnen abzuschließen. Herzig war das. Was mir nicht bewusst war, war allerdings, dass das keine Morgengymnastik sondern eine Angriffsvorbereitung war. Nachdem das Gähnen beendet war, setze Ali nämlich zum Sprung an um gepardengleich auf Fidels Hinterteil zu landen. Dieser, etwas geschockt von dem Überraschungsangriff, hat quietschend in den Schweinsgalopp angesetzt um dem Angreifer zu entkommen.  Blöd nur, dass dieser nicht hinter ihm sonder auf ihm drauf war. Ali ist wie ein Cowboy nicht nur locker lässig im John Wayne Stil oben gesessen, nein er hat auch die rechte Vorderpfote frei bekommen um während dem Ritt noch ordentlich weiter drauf zu dreschen. One-handed  bronco riding quasi. Da hat man einfach gemerkt, dass das eine echte Stallkatze ist (und dann behaupten manche Leute Katzen würden vom Menschen nichts lernen). So einen guten Sitz habe ich selten gesehen – sicher, ausbalanciert und graziös. So sind die beiden rasant durch die Stallgasse gefetzt. Der Terrorterrier verzweifelt quietschend, die Katze entspannt draufdreschend. Am Ende der Stallgasse ist Ali dann ganz elegant abgesprungen, hat sich noch mal genüsslich gestreckt und ist dann seelenruhig wieder auf seinen Sonnenplatz marschiert.

Für Fidel war ab diesem Zeitpunkt klar, dass Katzen die Ausgeburt der Hölle sind. Und nachdem er neben beratungsresistent auch unglaublich wehleidig und feig ist war das Thema Katzen am Sachsengang von diesem Zeitpunkt an gegessen. Sobald er eine Katze (inklusive Babykatze) erblickt hat, hat er die „Wenn-ich-es-nicht-sehe-existiert-es-nicht“ Taktik angewandt. Das ist so weit gegangen, dass ihm Baby Draumur (damals ca. 1kg Kampfgewicht) sein Stück Rinderkopfhaut weggenommen hat und Fidel das nicht nur zugelassen sondern es ihm quasi bereitwillig dargeboten hat.  Das hat  mich dann auch wieder ein bisschen an einen Katzenkullt erinnert: Oh große böse, Katzengottheit – nimm diese Opfergabe an und verschone mein Leben.

In diesem Sinne – Danke Ali von mir und auch der gesamten Katzenwelt für deinen Dienst. Es hat schon einer besonderen Katze bedurft, den Terror-Terrier zu bespringen, zu reiten, zu prügeln und zu zähmen.