Herbst-Fellwechsel/Fellaufbau-Zeit

Posted Veröffentlicht in Neuigkeiten Islandpferdehof, Pferdepflege

Jetzt im August, wenn die Tage wieder kürzer werden, hat auch bei unseren Pferden der Fellwechsel begonnen. Der Beginn ist nämlich weniger von den Außentemperaturen, sondern viel mehr von der Sonneneinstrahlung abhängig. Im Gegensatz zum Frühjahr, müssen die Pferde im Herbst das dicke, zweischichtige Winterfell bilden. Für den Pferdekörper heißt das, dass Unmengen neuer Haare (Wollhaare und Grannenhaare) produziert werden müssen. Man denke nur an die vielen, vielen Scheibtruhen voller Haarbüschel, die wir im Frühling wieder ausbürsten! In Zahlen heißt das: ca. 1000 Haare pro Quadratzentimeter Haut!

Besonders wichtig ist in dieser Zeit vor allem eine korrekte Eiweißversorgung, welche in erster Linie durch gutes Heu gedeckt werden soll. Aber nicht nur die Menge, auch die Zusammensetzung des Eiweiß ist von Bedeutung: besonders wichtig sind die Aminosäuren Methionin, Lysin und Tryptophan. Eine Eiweißüberversorgung durch zB höhere Kraftfuttergaben ist zu vermeiden, da sonst allergische Reaktionen oder auch andere Stoffwechselkrankheiten, wie zum Beispiel Hufrehe auftreten können.

Kleine Mengen (ca. 20ml) kaltgepresster Öle (zB: Leinöl) unterstützen den Fellwechsel ebenso wie MSM (Methylsulfonylmethan, organischer Schwefel, wichtig für viele Stoffwechselreaktionen, u.a. Haarbildung), Zink, Biotin, und natürlich eine ausgewogene Vitaminversorgung (v.a. die verschiedenen B-Vitamine). Zusätzlich können Kräuter, die entgiften und als Antioxidantien wirken (zB: Süßholzwurzel, Mariendistel, Ginko, Pfeffer, Ingwer, Rosmarin) zur Unterstützung eingesetzt werden.

Regelmäßiges Bürsten fördert die Durchblutung der Haut, kann kleine Muskelverspannungen lösen und sorgt dafür, dass sich der Talg aus den Hautdrüsen gut über das Haar verteilt. Das bringt einerseits ein glänzendes Fell (freut den Besitzer), andererseits einen guten Nässeschutz (freut das Pferd 😉 ). Auch beim Reiten der Pferde sollte auf ihre momentane Zusatzbelastung des Stoffwechsels Rücksicht genommen werden.

Tierarzt Lassee
Mag. Maria Rosenberg
Obere Hauptstraße 42
2291 Lassee

www.tierarzt-lassee.at

Fellwechsel – Fakten und Tips

Posted Veröffentlicht in Pferdepflege
Rödull – 32 jähriger Fellhippie

Ein Beitrag von Katharina Hopf – Tierärztin

Der Fellwechsel beginnt schon Wochen, bevor das Pferd seine Haare verliert.
Bereits kurz nach der Sonnenwende, also schon Ende Dezember/ Anfang Jänner, stellt sich der Körper hormonell auf die Bildung des Sommerfells ein.
Der Stoffwechsel des Pferdes muss nun wieder Schwerstarbeit leisten, um ein hochwertiges neues Fell zu bilden.

Welchen Pferden muss ich in dieser Zeit besonderes Augenmerk schenken:

  • Vor allem ältere Pferde
  • Pferde die stoffwechselbedingt überlastet waren: wie Sportpferde,
  • Zuchtstuten,
  • Leberkranke Pferde,
  • Ekzemer und chronisch kranke Pferde.

Bei all diesen Pferden kann der Fellwechsel ein Problem darstellen.

Was kann ich , als Pferdehalter nun tun?
Nun, ich kann darauf achten, dass ich meinem Pferd alle Bausteine, die es braucht zur Verfügung zu stellen.

Folgende Kräuter regen den Hautstoffwechsel an:

  • Weißdorn
  • Löwenzahnwurzel
  • Eichenrinde
  • Brennesselkraut
  • Mariendistel
  • Spitzwegerichkraut
  • Melissenblätter
  • Ackerschachtelhalm etc.

Weitere wichtige Vitalstoffe:

Knoblauch:
Bewirkt eine Hamonisierung des Stoffwechsels. Weiters führen die antiallergischen Inhaltsstoffe zu einer Abnahme der Sensibilität gegenüber Insektenstiche.

Öle und ungesättigte Fettsäuren:
Von Natur aus nimmt das Pferd reichlich Omega 3-Fettsäuren beim Weidegang durch das frische Grünfutter auf.

–>> Übrigens ab heuer stehen unseren Pferden am Sachsengang tolle Weiden zur Verfügung!!! Freu!

Trotzdem kann es durch den vermehrten Bedarf zu einem Versorgungsengpass kommen.
Die Fütterung von Lein-, Nachtkerzen – oder Hanföl macht jetzt wirklich Sinn.

Schwefel:
Ist ein wichtiger Baustein bei der Neubildung von Deckhaaren.

Bierhefe:
Ist reich an Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Seealgenmehl:
Ist durch den hohen Gehalt an Mineralien und Vitaminen ein gutes Rezept bei Problemen im Fellwechsel.

Vitamin A , B , C
Schützen als Antioxidantien das Pferd vor Schadstoffen und stärken das Immunsystem.
Aminosäuren:
Wichte Bausteine der Stoffwechselvorgänge.
Zink:
Ist an der Bildung von Keratin beteiligt, das den Hauptbestandteil der Haare ausmacht.
Außerdem ist für die Regeneration der Haut und Wundheilung sehr wichtig.

Ich hoffe die Infos sind interessant für euch.
Vieles davon bekommt ihr bei Iris, oder sie kann es euch bestellen.
Bis bald

Katharina Hopf

Frage : Pferdedecken ja /nein ? 

Posted Veröffentlicht in Pferdepflege
PferdedeckeEs stellt sich immer wieder die Frage Pferdedecke Ja / Nein.
Katharina Hopf, Tierärztin hat da eine Antwort für euch:
 
Grundsätzlich haben unsere Isländer ein sehr effektives Winterfell, das vor eisiger Kälte, Wind und Nässe schützt und außerdem ein toller Wärmeisolator ist.
Ein Isländer der es gewohnt ist den ganzen Tag draußen in der Herde zu stehen hat im Allgemeinen einen guten Winterpelz und braucht somit keine Decke.
 
Anders verhält es sich, wenn wir mit den Pferden trainieren oder einen langen flotten Ausritt machen und sie danach verschwitzt sind.
Dann funktioniert der Wärmeisolator nicht mehr, denn die Nässe kommt von innen.
Ob man dann eine Abschwitzdecke benötigt hängt vor Allem von den Haltungsbedingungen ab.
Ein Pferd, dass nach dem Reiten die Nacht in der Box verbringt, braucht wohl kaum eine Decke.
 
Ein Paddockpferd dagegen sollte man entweder mit eine Abschwitzdecke solange in eine Box stellen, bis zumindest die Unterwolle gut abgetrocknet ist.
Das kann schon mal eine Stunde dauern. Nur für 10-15 min schnell mal die Decke auf das Pferd legen bringt also gar nichts, im Gegenteil, meisten sind sie durch das Nachschwitzen dann noch nasser als vorher.
Eine andere Möglichkeit ist eine Outdoordecke mit Abschwitzfunktion , die kann zu Not wenn es sich zeitlich nicht anders ausgeht  auch mal über Nacht am Pferd bleiben. 
 
Ein Dankeschön an Katharina Hopf für diesen Beitrag