Mit Gefühl und Disziplin zum Erfolg: Lilja Haraldsson über Pferde und Reitsport

Als staatlich geprüfte Reitinstruktorin, mehrfache Landesmeisterin und frisch gekürte MEM-T4-Siegerin 2024 verbindet sie sportlichen Erfolg mit fachlicher Kompetenz. Doch mindestens genauso wichtig wie ihre sportlichen Leistungen ist ihre Arbeit bei uns am Hof: Als Jugendreferentin begleitet sie die nächste Generation an Reiterinnen und Reitern mit viel Herz, Geduld und Leidenschaft. Im folgenden Interview gibt Lilja Einblicke in ihre Trainingsphilosophie, ihren Weg im Reitsport und ihre Motivation, junge Menschen für das Pferd zu begeistern.

Als Jugendreferentin bei uns am Hof spielst du eine wichtige Rolle. Was motiviert dich bei der Arbeit mit jungen Reitern?

Mich motiviert an der Arbeit mit den Jugendlichen besonders, dass sie meine Liebe zum Pferd teilen. Am schönsten ist es für mich, die Kinder von der ersten Reitstunde bis hin zum ersten Turnier zu begleiten. Es ist etwas ganz Besonderes, gemeinsame Fortschritte zu feiern und zusammen durch schwierige Phasen zu gehen.
Ich möchte den Jugendlichen aber nicht nur das Reiten beibringen – ich möchte ihnen vor allem den Spaß am Reiten und Liebe zum Pferd vermitteln.

Als ich sechs Jahre alt war, habe ich meine Stute Vaka bekommen. Sie war für mich alles. Ein eher dicker Fuchs mit bescheidenen Gangarten – aber wir zwei hatten ein großes Herz. Und wir haben es tatsächlich geschafft, am Ende unserer gemeinsamen Turnierkarriere Landesmeister in Sport B zu werden.
Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als Vaka nicht mit mir tölten wollte. Ich habe sie gebeten, ob sie bitte mit mir tölten kann – und sie ist wirklich losgetöltet und nicht mehr aus dem Tölt ausgetrabt . Erst später habe ich erfahren, dass Iris sie vorher beritten hatte. Aber für mich war das damals ein magischer Moment zwischen uns beiden.

Diese Liebe zum Pferd und die gemeinsame Weiterentwicklung – das ist für mich das Schönste, und genau das möchte ich auch den Jugendlichen weitergeben.

Welche Ziele hast du für die nächsten Jahre – sportlich, aber auch als Trainerin?

Für die nächsten Jahre wünsche ich mir vor allem, weiterhin gemeinsam mit meinen Pferden zu wachsen. Sportlich möchte ich natürlich erfolgreich bleiben, und eine MEM-Qualifikation im kommenden Jahr wäre ein schönes Ziel. Langfristig träume ich davon, eines Tages vielleicht bei einer Weltmeisterschaft zu starten. Aber für mich zählt nicht nur der große Sport – meine größte Motivation ist die tägliche Arbeit mit den Pferden, die kleinen Fortschritte, die stillen Momente, in denen man spürt, wie das Vertrauen immer stärker wird. Genau das macht für mich das Reiten aus.

Als Trainerin liegt es mir am Herzen, diese Leidenschaft weiterzugeben. Ich wünsche mir, dass meine Reitschüler nicht nur technisch besser werden, sondern vor allem eine echte Verbindung zu ihren Pferden entwickeln. Erfolg ist schön – aber ein harmonischer Ritt und ein glückliches Pferd bedeuten mir mindestens genauso viel. Ich möchte, dass sie Freude, Stolz und echte Freundschaft mit ihren Pferden erleben können.

Welche Werte oder Schwerpunkte verfolgst du in deinem Unterricht?

Meine Schwerpunkte im Unterricht liegen vor allem auf der Kommunikation zwischen Pferd und Reiter sowie auf einer soliden Basisausbildung – also auf Sitz, Einwirkung und feiner Hilfengebung. Der Spaß am Reiten darf dabei niemals verloren gehen, egal wie hoch gesteckt die sportlichen Ziele sind. Ich selbst bin sehr ehrgeizig, aber beim Reiten lernt man einfach nie aus. Rückschläge gehören dazu, und besonders aus den eigenen Fehlern lernt man – oft merkt man das erst später. Deshalb ist es wichtig, selbstkritisch, diszipliniert und streng mit sich selbst zu sein.

Was haben dir Pferde über das Reiten – und über dich selbst – beigebracht?

Über die Jahre durfte ich von vielen sehr guten Pferden lernen. Pferde sind oft die besten Reitlehrer, weil sie uns ehrlich spiegeln. Sie zeigen uns sowohl unsere Schwächen als auch unsere Stärken – ganz ohne Worte. Wenn man bereit ist, ihnen zuzuhören und ihre Signale wahrzunehmen, merkt man schnell, wo man selbst noch lernen darf. Genau diese stille, feine Kommunikation zwischen Mensch und Pferd ist für mich das Schönste am Reiten.

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